Solarkoffer / mobile Solarmodule

  • Hallo Zusammen!


    Neulich blitzte ja das Thema 12V Solarkoffer hier in einer Diskussion schon auf. Mich hat das zum Nachdenken gebracht, ob das nich vielleicht eine Lösung für mich sei, bei der ich auf das Durchbohren des Dachs verzichten kann und meine Energievorräte trotzdem unterwegs ohne Landstrom auffrischen kann.

    Deswegen mal ein paar Fragen in die Runde:


    1. Wer hat schon Erfahrungen mit solchen Koffern im Zusammenhang mit dem WoMo gemacht?


    2. Wie schließt man den Solarkoffer an den Stromkreislauf des WoMos an? Ich habe da etwas von Anderson Stecker gelesen - hier muss man bestimmt auch auf die Kabelquerschnitte und Kabellängen achten - und wo verbaut man den dann am Besten?


    3. Was ist das sonstige Für und Wider für einen Solarkoffer?


    Freue mich auf erkenntnisstiftende Beiträge!


    tobi

  • Hallo und einen Gruß aus der Hocheifel, hab das Thema auch schon eine Weile auf dem Schirm. Bei wird es wohl im Herbst eine Solartasche mit 120 und MPPT Regler mit BT. Grundsätzlich gilt: Der Regler so nah wie möglich an die Batterie. Von den Zellen bis zum Regler sind i.d.R. 5m Kabel dabei. Meine Überlegung geht in Richtung: Solartasche auf das Armaturenbrett. Nun zur Hardware: Solartasche entweder von Wattstunde oder Offgridtec und der Regler Victron. Da ich im Feb/März auf LifePO4 mit 100Ah und einen WR 2500W umgerüstet habe ist es erstmal nicht Superdringend. Das ist so im Moment meine Idee, bin aber Offen für Neues.bier

  • Hallo Tobi,

    Zitat


    3. Was ist das sonstige Für und Wider für einen Solarkoffer?

    Ich denke, wenn Solar einfach auf dem Dach ist, ist das die komfortabelste Lösung. Tut einfach.

    Natürlich auch mal schlechter, wenn schattig. Ist aber nicht immer so.

    Mit den 'Portablen' riskiert man, dauernd 'beschäftigt zu sein ;-) Auch OK, wenn man's mag.


    Nachdem ich nun wieder ein paar Kilo 'frei' hab, kommen 200W aufs Dach. Nach ...


    Grüße, Charly

  • Hallo Charly,

    ja, die Bequemlichkeit ist definitiv ein Argument, und dass es bei fest installierten Panels auch beim Fahren und bei jedem kurzen Stopp funktioniert und nichts erst in Position gebracht werden muss.

    Dennoch freue ich mich über Erfahungsberichte von Solartaschen / Solarkoffer

    Beste Grüße

    tobi

  • Hallo Tobi,


    ich nutze zur Zeit zwei Solarmodule (Offgridtec ETFE SPR-F-50 60W 12V marine Solarzelle flexibel) in Kombination mit einem Victron Smartsolar MPPT 75/15 15A 12V 24V Solar Laderegler in erster Linie zur Erhaltungsladung während der Standzeiten, da ich aktuell auch den Installationsaufwand auf dem Dach und die erforderlichen Bohrungen durch das Dach ein wenig scheue. Zudem stehen wir eigentlich nur auf Campingplätzen bzw. Stellplätzen, wo die Batterie nachgeladen werden kann. Im Notfall lassen sich die Module jedoch auch außerhalb des Fahrzeug über entsprechend lange Leitungen möglichst optimal ausgerichtet betreiben (mit dem Nachteil, dass man sich evt. besser in der Nähe des Fahrzeugs aufhalten sollte - schließlich sind die Module ja portabel ...).

    An der Rückseite habe ich übrig gebliebene Kunststoffzeltstangen zur Verstärkung angebracht, damit sich die Module nicht durchbiegen - hier könnte man sicherlich auch leichte Profilleisten aufkleben. An den Kanten ist Schaumstoffrohrisolierung zum Schutz des Armaturenbretts aufgesteckt. An den oberen Ösen der Solarmodule habe ich Schnüre angebracht, mit denen sie sich leicht an den Sonnenblenden einhängen lassen. Angeschlossen werden die Module über zwei Einbaustecker, welche sich an der Sitztruhe des rechten Seitensitzes befinden (dort ist auch der Solarregler installiert). Das Anbringen / die Inbetriebnahme dauert ca. 2 - 3 Minuten.

    Unterwegs habe ich die Module bislang nur für einen kurzen Probebetrieb außerhalb des Wohnmobils genutzt - kann also noch keine Aussagen treffen, ob sie die Batterie auch ausreichend nachladen, wenn Verbraucher dauerhaft betrieben werden - vielleicht sollten wir uns dazu einmal etwas weiter abseits aufstellen. Für den Fall, dass doch noch einmal Solarmodule auf das Dach montiert werden sollten, kann die Installation mit dem Solarregler in der Seitensitztruhe weiterverwendet werden.


    Viele Grüße,


    Olaf



    Hier nun einige Fotos:




    Nun die Einbaustecker mit einem 2-fach-USB-Netzteil (angeschlossen an dem schaltbaren Lastausgang des Solarreglers):



    Der Solarregler im Doppelboden des Lyseo TD690G nahe der Batterie (befestigt über Profile an der Doppelbodenabstützung).



    Seitensitztruhe von innen (hier sind zusätzliche Leisten für einen Zwischenboden angebracht, um den Stauraum besser nutzen zu können):




    Daten zum Solarpanel:


  • Habe die Bilder noch einmal (genauso) neu eingefügt (über Datei hochladen wie es in der Vergangenheit bereits auch funktioniert hat). Auf 2 weiteren Geräten werden sie bei mir korrekt angezeigt (auf meinem Tablet vorhin allerdings auch schon unabhängig vom notebook).

    Ich hoffe, dass sie nun für Euch zu sehen sind.

  • Moin zusammen,


    auch ich bin wieder am überlegen, welche Variante ich mir zulege, also festes Panel, oder Koffer/Faltvariante. Auf meinem letzten WOMO hatte ich ein 120 Watt Solarpanel fest verbaut. Bei mit zu Hause war das genial, weil fast den ganzen Tag die Sonne auf mein WOMO-Dach scheinen konnte... wenn sie schien. Also eine hervorragende Ladungserhaltung, selbst im Winter. Nichts hat einen Schatten auf das Panel geworfen, was oftmals auf Camping.- oder Stellplätzen etwas anders aussieht.


    Ich bin gestern bei Youtu.. auf ein wirklich interessantes Video gestoßen, welches mich jetzt wieder ins grübeln gebracht hat: https://www.youtube.com/watch?v=as2UHuN4hY8


    Nicht nur, dass man ggf. die "mobile Variante" auch auf das Dach, oder die Markise legen könnte, oder eben bei Anwesenheit am eigenen Stellplatz optimal ausrichten könnte...wenn ich mir die Preisunterschiede so ansehe, bin ich noch mehr am grübeln !? Also universeller sind die Faltmodule allemal.


    Er hat abschließend eigentlich vollkommen Recht, beides in Kombination ist vermutlich "Extraklasse".


    Grüße aus Braunschweig, Frank

  • Hallo Frank und einen Gruß aus der Hocheifel, nachdem nun eine 100AH LifeP0 seinen Dienst klaglos verrichtet ist für den Herbst oder nächstes Frühjahr genau diese Solartasche 120W im Focus. sind wir nicht da kommt sie hinter die Windschutzscheibe ansonsten dahin wo die Sonne die meiste Kraft hat. Nachteil ist bei jedem Stellplatz wieder aufbauen und vor dem Fahren wieder abbauen, Vorteil ist 1.) der Preis und 2.) die Mobilität und mobil sind wir ja schließlich Alle.womo

  • Wieso nennt ihr den Preis als Argument? Gibt es da ein Schnäppchen, das ich verpasse?

    Dann würde ich das Teil nämlich zu meiner Anlage noch als Extra in die Heckgarage packen.


    Weil ich finde das im Video gezeigte Teil bei Ama*** für 300€ mit 120 Watt und einfachem PWM-Regler und für 400€ mit MPPT. Und vom selben Hersteller eine Komplettanlage mit 200 Watt, Victron SmartSolar MPPT-Regler und komplettem Monategzubehör inkl. Kleber für 500€.


    Klar ist das Faltteil flexibler, dafür aber auch umständlicher im Handling und unbeabsichtigt liegen lassen könnte ich es auch nicht.

  • Hallo Frank Frodrub,

    **** Achtung, längerer Text ****


    Vorwort:

    Ich will hier Niemanden bekehren, jeder soll, wie er möchte, aber manchmal ist eine umfassendere Betrachtung einiger Tatsachen nicht ganz schädlich. Mir geht es auch nicht um den einen Hersteller, ich werde also auch nicht gesponsert. Es gibt viele Hersteller von festen und faltbaren Lösungen, in vielen Leistungs.- und Preisstufen.

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    Natürlich haben beide Systeme Vorteile, aber eben auch Nachteile. Beim Preis sind beide von dir genannten Exemplare dicht beieinander, vollkommen richtig, vor allem dann, wenn man (selbstverständlich) einen MPPT-Regler nutzt und die Leistung (*) mal nicht betrachtet. Allerdings sollte man erwähnen, dass nicht jeder die Dachmontage des festen Systems selbst machen kann, oder will. Da kommen dann noch ein paar, nicht ganz unerhebliche Anzahl von €uronen oben drauf.

    Handhabung 1:

    Montagekosten entfallen gänzlich bei der faltbaren Lösung.

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    Es hat auch nicht jeder den Platz für die dir genannte Variante auf dem Dach, denn 2x 1200 x 540 x 35mm, zuzüglich der jeweils 120 mm für die Halterungen in der Länge. Da wird es schon etwas enger auf dem 540er / 600er Kastenwagendach, vor allem wenn man drei richtige Dachfenster sein Eigen nennt. Sollte dann noch eine SAT-Schüssel montiert sein, dann ist schon ziemlich Essig mit dem Vorhaben.

    Machbarkeit 1:

    Platzprobleme auf dem Dach entfallen gänzlich bei der faltbaren Lösung.

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    Das von dir sog. "umständliche" Handling, sehe ich nicht, Tasche raus, aufklappen, und anschließen (Stecker rein)… fertig. Warum kürze ich das Handling so ab: Die Montage des Reglers an der Batterie, die ich laden möchte, muss ich nicht jedes Mal wieder wieder demontieren, die kann ja montiert bleiben. Ich z.B. habe nur eine Aufbaubatterie, folglich wird der Laderegler dort montiert. Einmalig zwei Kabel an eine Batterie anschließen, dass traue ich fast jedem zu. Wenn ich da den Montageaufwand und Verkabelung / Kabelverlegung eines festen Panels betrachte, ist dieser zwar i.d.R. einmalig, aber mit sehr viel Arbeit verbunden.

    Handling & Montage 1:

    Ich will jetzt nicht schreiben, dass es ungefähr so "umständlich" ist, wie einen Stuhl aus dem Gepäckraum zu holen, aber viel mehr Arbeit ist es nicht, die Faltbare Lösung aufzustellen.

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    Diebstahlsicherung 1:

    Naja, die Sache mit dem "unbeabsichtigt liegen lassen", dann kann es auch passieren, dass man sein WOMO offen stehen lässt, wenn man auf eine Tageswanderung geht. ;)

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    Nun ein Aspekt, der noch gar nicht betrachtet wurde... unter vielen Wohnmobil und Wohnwagenfahrer ist dies ein allgegenwärtiger "Angstgegner", das Gewicht.

    Faltbare Lösung 120 Wp inkl. Regler: 3,7 kg / feste 200 Wp Panels: 25,1 kg, bzw. 100 Wp: 13,8 kg

    Gewicht:

    Bei der faltbaren Lösung fast zu vernachlässigen.

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    Fällt mir noch mehr ein …. ja.

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    Angenommen, ich wollte zu Vatertag mit meinem überdachten Bollerwagen, mit Autobatterie, Soundanlage und Kühlschrank … ach lassen wir das, da fällt einem beim Thema Flexibilität mit Sicherheit noch einiges ein.

    Auch nicht unbedingt zu vernachlässigen, steht das WOMO im Schatten, stehen i.d.R auch die festen Panels im Schatten, ggf. anders beim faltbaren System, zumindest aber möglich.

    Flexible Nutzbarkeit:

    Die faltbare Lösung ist da fast unschlagbar.


    Im Sinne von "Jeder wie er mag und kann", bleibt auf jeden Fall gesund und sauber... und verliert bitte weder euer Geld, noch eure Geduld.


    Grüße aus Braunschweig, Frank

  • Ist doch alles prima, ich hatte wirklich nur gedacht ich übersehe da ein besonderes Angebot. Für denjenigen, dem ein Faltpanel Vorteile bietet, ist doch alles klasse.


    Und das „unbeabsichtigt“ ist der Rechtschreibkorrektur zu verdanken, es sollte „unbeaufsichtigt“ heißen.

  • Hallo,

    ich bin da nur Laie bei diesem Thema, darum die Frage.

    Der Laderegler ist ja permanent an die Batterie angeschlossen und verbraucht auch Strom.

    Wenn das Womo nun in der Halle steht und nicht ans Netz angeschlossen ist, saugt der nicht die Batterie leer ?

    Oder ist das zu vernachlässigen ?


    Gruß

    Torsten

  • Moin zusammen


    Ja, ein permanent angeschlossener Laderegler verbraucht Energie und kann bei langer Standzeit ohne Ladestrom auch eine Batterie entleeren, zumindest wenn er selbst keinen Schutz vor Tiefentladung hat. Drei Faktoren spielen eine Rolle, was verbraucht der Laderegler und ggf. angeschlossene Anzeigen, wie hoch ist die Kapazität der Batterie und wie lange ist die Standzeit.


    Vernachlässigen sollte man den "Eigenverbrauch" eines Ladereglers nicht, zumindest wenn das Fahrzeug wirklich lange, und ohne jede Ladungserhaltung steht. Da ich selbst noch keine Solaranlage für mein neues WOMO habe, kann ich leider nicht mit Verbrauchsdaten dienen, aber im I-Net wird davon ausgegangen, dass es bei billigen Modellen schon mal 100 mA sein können. Bei etwas "besseren" Ladereglern sollen die Werte zwischen 5 - 30 mA liegen. Dazu habe ich jetzt allerdings keine Erfahrung, bzw. kann nichts selbst gemessenes hinzufügen.


    Es gäbe aber auch die Möglichkeit, einen ausreichend dimensionierten Schalter zwischen Batterie und Laderegler zu setzen, was allerdings auch eine Gefahr darstellen kann, zumindest wenn man vergesslich ist.


    Gruß aus Braunschweig, Frank


    P.S. Eventuell gibt es ja hier im Forum einen richtigen Fachmann zu diesem Thema !? Über eine detaillierte und praxisnahe Ausführung zu solchen Themen, würde vermutlich nicht nur ich mich freuen

  • P.S. Eventuell gibt es ja hier im Forum einen richtigen Fachmann zu diesem Thema !? Über eine detaillierte und praxisnahe Ausführung zu solchen Themen, würde vermutlich nicht nur ich mich freuen

    Fachmann bin ich nicht in Sachen Solar. Habe allerdings 200 Watt Solar auf dem Dach meines Lyseo 690 und eine Zweitbatterie, somit 2* 100AH Bleisäure, einfachem PWM-Solarregler und Victron Batteriecomputer BMV-712 (sehr empfehlenswert).

    Außerdem bin ich Elektroniker bei einem großen Automobilhersteller, dessen Stammsitz nicht weit von dir ist ;-) Meine Stärken sind aber mehr Steuerungs- und Anlagentechnik.


    Aber wenn Fragen sind dann kann ich gerne versuchen zu helfen.

  • Hallo, ich habe die Solartasche 120W von Wattstunde, Victron MPPT Regler 150PP und Batteriecomputer von Victron. Habe die letzten zwei Tage damit meinen Strom "produziert".2AGM Batterien 90Ah geladen (besser Ladeerhaltung). Die Tasche ca. 4x am Tag in Ri Sonne gedreht. Alles OK und easy. Habe aber auch wenig Strom verbraucht (Wasswrpumpe, Ventilator Dachluke und Kühlschrank, Handy aufgeladen.). Und den ganzen Tag Sonne pur.

    ..seit 30.05. on Tour...mit Ixeo Time 726 G Edition 30...Model 2019...


    womo .... der Weg ist das Ziel.. :)